Hörde unterliegt den Lachsen vom TVA Fischenich

Man hatte sich viel vorgenommen im Hörder Lager vor dem Gipfeltreffen gegen den noch punktverlustfreien Tabellenführer aus Hürth bei Köln. Den Fisch ausnehmen und sich ein saftiges Lachsfilet auf den Grill werfen, so war eigentlich der Plan, doch am Ende konnten die Lachse vom TVA Fischenich glücklich und mit 3 Punkten im Gepäck wieder nach Hause schwimmen. Dabei wäre deutlich mehr für die Rothemden vom TV Hörde drin gewesen.

 

Und das obwohl die Vorzeichen überhaupt nicht gut standen, denn mit Sprungwunder Dodo Karkoszka und Stabilitätsfaktor Marius Haarmann fehlten dem TVH gleich 2 wichtige Akteure auf der Außenposition. Erschwerend kam noch hinzu, dass sich Diagonalkeule Jonathan Lange Samstag kurzfristig krank meldete und Mittelblock-Monster Fabian Fingerhut zwar im Kader stand, aber mit Knie- und Schulterproblemen zu kämpfen hatte. Damit waren die Wechseloptionen für Trainerin Teee Williams mehr als begrenzt. Nur Zauberhändchen Flo Groß im Zuspiel und Youngstar Leon Vosswinkel saßen draußen bereit und warteten auf ihren Einsatz. Doch trotz der sehr dünnen Besetzung gelang Williams ein erster Clue, noch bevor das Spiel überhaupt begonnen hatte. Um den Gegner zu überraschen zog sich Außenangreifer Freddy Beyrich das weiße Libero-Trikot über und Libero Torben Mols agierte als Außenangreifer am Netz- eine Maßnahme die Früchte tragen sollte! Denn Beyrich schob eine Annahme nach der anderen mit der Präzision eines Scharfschützen zum Zuspieler Rademacher ans Netz und Mols konnte über Außen zielsicher einen Angriff nach dem nächsten im gegnerischen Feld versenken. Am Ende reichte es leider trotzdem nicht für einen Sieg.

 

Die Mannschaft vom TVA Fischenich, bei der ein Großteil der Spieler Erst- und Zweitliga Erfahrung vorweisen kann, zeigte sich vom ersten Ballwechsel an als der erwartet starke Gegner. Vor dem Spiel schienen die Verhältnisse klar zu sein, kaum jemand traute dem TV Hörde einen Sieg oder gar einen Satzgewinn zu, aber das Team um Kapitän Jan Terhoeven zeigte sich von seiner besten Seite. So konnten sich die zahlreichen Zuschauer in der Hörder Festung über ein Spiel auf ganz hohem Niveau freuen. Der erste Satz verlief lange ausgeglichen, am Ende mit dem besseren Ende für den TVA Fischenich (21:25). Im zweiten Satz gelang es den Hördern den Aufschlagdruck zu erhöhen und noch eine Schüppe drauf zu legen. Die Rothemden aus Dortmund beherrschten das Spiel und den Gegner nach Belieben, so war der verdiente Lohn ein 25:18 für Hörde! Der dritte Satz sollte zum Knackpunkt des Spiels werden. Beide Mannschaften waren gut im Spiel, es war wirklich ein Duell auf Augenhöhe, ein Kampf der Giganten. Man schenkte sich nichts und am Ende war auch etwas Glück der entscheidende Faktor für den Ausgang dieses Satzes. Exemplarisch dafür steht die Szene, in der Mittelblocker JJ Rebschinski nach guter Annahme und starkem Zuspiel den Angriff am Block vorbei in Richtung gegnerisches Feld nagelte. Eigentlich gab es in dieser Szene keine Abwehrchance, doch der Ball landete auf dem Fuß eines glücklichen Lachses, so dass die Fischenicher weiter spielen und doch noch den Punkt erzielen konnten. Ärgerlich, aber da kann man nichts machen! Am Ende verliert der TV Hörde den 3. Satz mit 23:25.

 

Was danach folgte war Dramatik pur. Nach dem verlorenen Satz verlor Hörde total den Faden und verlor den Zugriff zum Spiel. Dumme Fehler in der Annahme, im Angriff und im Block schenkten den Fischenichern einen Punkt nach dem anderen, so ging es bis zum Punktestand von 2:11. Dann gelang es Hörde zwar sich aus der Umklammerung zu befreien und immerhin das Aufschlagsrecht zurück zu gewinnen, doch beim 4:13 aus Hörder Sicht glaubte wohl niemand mehr daran, dass hier noch was zu holen sei. Niemand, außer der Hörder Mannschaft selbst! Trainerin Williams rüttelte die Mannschaft noch einmal wach und Hörde kämpfte sich Punkt für Punkt wieder zurück ins Spiel. Angeführt von der starken Diagonal Angriffsmaschinerie Lenard Exner und immer wieder angetrieben von dem fantastischen Hörder Publikum schien plötzlich doch noch alles möglich. Bei 20:22 war Hörde dann noch einmal bis auf 2 Punkte ran gekommen, aber für die ganz große Überraschung reichte es am Ende leider nicht. So gewann TVA Fischenich auch den 4. Satz mit 22:25 und damit das Spiel 1:3.
 

Fazit: TV Hörde verliert ein Spiel, das eigentlich keinen Verlierer verdient gehabt hätte, da beide Mannschaften über das gesamte Spiel eine wirklich starke Leistung geboten haben. Ausschlaggebend waren die 2,3 kleinen Fehler, die Hörde zu viel gemacht hat und auch ein wenig Pech bzw. Glück auf Seiten des TVA Fischenich. Dennoch haben die Hörder gezeigt, dass sie eine Mannschaft mit Herz ist und auch in nahezu aussichtslosen Situationen niemals aufhört zu kämpfen und niemals den Glauben an sich selbst verliert! Daran sollte die Mannschaft in den nächsten Spielen anknüpfen, denn mit dieser Einstellung wird es für jeden Gegner schwer die Rothemden aus Dortmund zu schlagen.

 

Das nächste Spiel bestreitet Hörde am kommenden Sonntag beim Tabellenzweiten Tecklenburger Land Volleys, das nächste Heimspiel gibt es dann erst am 16.1.2016 gegen die DJK Füchtel-Vechta, dann hoffentlich wieder mit dem besseren Ende für TV Hörde.

 

fb, 11.11.15

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