Hey, Du!

Nervös wippend sitzt er in seinem Schaukelstuhl, die Finger zum Dreieck geformt, der Blick wandert immer wieder Richtung Fenster. Dort macht sich der Herbst breit und mit ihm die ersten Winterdepressionen. Blätter fallen von den Bäumen, die Temperatur sinkt allmählich. Es wird stiller im Land, doch nicht alle können ruhig sitzen bleiben. Es hält ihn nicht auf seinem Stuhl, immer wieder rennt er von der einen Ecke des Zimmers zur anderen. „Wo bleibt sie nur?“, fragt er sich.

 

Wenn am kommenden Wochenende der erste Aufschlag das Netz überfliegt, dann lag der Ball ein halbes Jahr flach. Aber nur offiziell, im Hintergrund arbeiten alle Mannschaften daran es in dieser Saison besser zu machen. Die Saison steht in den Startlöchern und endlich liegt wieder Spannung in der Luft. Auch die M1 war nicht untätig, durfte sie auch nicht sein, denn nach der letzten Saison gab es viel zu tun. Mit Henning Bruns, Nik Child, Malte Kjer, Lenard Exner und Benjamin Irle hat sich ein großer Teil der Mannschaft verabschiedet. Bis auf Irle, welcher nun für den USC Münster ans Netz geht, haben sich alle vom stressigen Volleyballleben verabschiedet. Den Stress tun sich jetzt andere an und die haben richtig Lust drauf. Mit im Hörder Schlachtschiff sind nun Jonathan Lange, Frederik Beyrich (beide RE Schwelm), Marius Harrmann (VV Humann Essen) und Torben Mols (Rumelner TV). Und die neuen Männer, man kann es nicht anders sagen, passen perfekt ins Team.

 

Die größte und weitreichendste Änderung betrifft aber die Trainerbank, denn hier führt das Kommando nun Tonya Slacanin-Williams oder kurz „Teee“. Die ehemalige amerikanische Nationalspielerin hat dem Team bereits ihren Stempel aufgedrückt. Das neue Hörde steht für noch mehr Power, Emotionen und Einsatz. „Ich freu mich richtig auf das Wochenende. Es ist nicht nur der Beginn einer neue Saison, es ist auch für mich, als Trainerin einer talentierten Männer-Mannschaft, absolutes Neuland“, kann Trainerin „Teee“ den Saisonstart kaum abwarten:  „New players, new coach, new look“!

 

Aber nicht alles ist neu, vieles vom alten ist geblieben und das ist auch gut so. Dennoch werden sich die Hörder Anhänger an viele neue Gesichter gewöhnen müssen. Allerdings muss man sich noch gedulden, bis man „New Hörde“ zu Gesicht bekommt, denn das erste Spiel der Saison müssen die Hörder in der Ferne bestreiten. Gegner ist der ASC Göttingen, der sportlich letzte Saison zwar abgestiegen ist, aber durch fehlende Masse in der Liga drittklassig bleiben durfte. Zum Gegner ist nicht viel zu sagen, aber das spielt für Trainerin „Teee“ eine untergeordnete Rolle: „Für mich ist nur wichtig, dass wir guten Volleyball spielen und immer vollen Einsatz zeigen.“ Und damit trifft sie genau ins Schwarze, denn „New Hörde“ wird seine Zeit brauchen, auch wenn die Mannschaft auf den Vorbereitungsturnieren bereits einen eingeschworenen Eindruck hinterlassen hat. Dazu kommen die Verletzten Robin Frosting, Florian Groß und Jan Terhoeven. Sie alle werden noch ein wenig Zeit brauchen, um ihre Verletzungen auszukurieren. Aber das darf keine Ausrede sein: „Es ist egal, was auf der Punktetafel steht. Wichtig ist, dass wir immer als Team auftreten“, gibt  Power-Frau „Teee“ die Marschroute für die neue Saison vor.  Man kann es nicht anders sagen: Endlich geht es wieder los!

 

Es klopft kräftig an der Tür. Aufgeregt lässt er die Kaffeetasse beim Versuch sie auf den Tisch zu stellen fast fallen. Er hechtet zur Tür und da steht sie vor ihm. In ihrer vollen Pracht. Seine heimliche große Liebe: Sai Son. Seine Augen strahlen, auf diesen Tag hat er den ganzen Sommer nur gewartet. Sein Leben scheint wieder eine Richtung zu haben und bevor er überhaupt nur etwas sagen kann: „Hey, Du! Hast du mich vermisst?“ 

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