König ohne Krone

Man könnte die Vermutung haben, dass die Spieler des TVH pro gespielten Satz bezahlt werden, denn auch das dritte Spiel in diesem Jahr ging über die volle Distanz. Anders als am letzten Wochenende allerdings, wo man als Außenseiter in Aachen im Tiebreak gewann, musste man sich dieses Mal dem Favoriten aus Ammerland mit 2-3 beugen  (21:25,23:25,25:22,25:13,13:15). Der einstige Tiebreak-König aus Hörde hat seine Krone verloren, doch seinen Kampfgeist wiedergefunden.

 

Wer mag schon Heimspiele? Niemand mag Heimspiele. Man muss länger schlafen und hat nachmittags zu viel Zeit für private Angelegenheiten. Man muss in Ruhe frühstücken und ein kleines feines Mittagessen genießen. Dann hat man nur 15 Minuten Zeit um zum Spielort zu fahren. Wie soll man da seinen Lieblingsroman durchbekommen? Einmal angekommen muss man aufbauen und sich beim Physio durchkneten alles. Alles ziemlich lästig. Und dann auch noch die Zuschauer, die so einen Lärm veranstalten und immer nur „Weitermachen!“, „Kommt schon Jungs!“ und „Geil, Männer!“ reinrufen. Wer soll sich da denn aufs Spiel konzentrieren können? Als Reaktion auf diese ständigen Heimspiele wird der TVH im nächsten Jahr nur noch Auswärtsspiele austragen. Angedacht sind auch Spiele in Schwerte, dem Hallensprecher wird‘s gefallen.

 

Kommen wir nun zum Ernst des Lebens: Das war schon eine spannende Angelegenheit gestern in der Festung. Da liegt der TVH mit 0-2 hinten und ein jeder sucht sich schon die nächste Bahnverbindung raus, da kommt Hörde krachend zurück. Und dabei zeigte man keine allzu schlechte Leistung in den ersten beiden Sätzen, sondern leistete sich den berühmten einen Fehler halt zu viel. Diese stellte man in den darauffolgenden Sätzen ein und belohnte sich mit dem Satz-Ausgleich. Besonders im vierten Satz schien Ammerland nichts mehr auf die Platte zu bekommen und brach ein. Die Stettiner-Straßen-Jungs kramten im Gegenzug den Kampfgeist aus der Sporttasche und kämpften sich so zurück ins Spiel. Nach den ersten zwei knapp verlorenen Sätzen reagierte Hörde, stellte um und machte im Anschluss alles richtig. Und auch im Tiebreak schien der Hörde-Express unaufhaltsam weiterzurollen. Mit 5-1 und 7-4 startete man mehr als ordentlich, doch Ammerland wachte zu diesem Zeitpunkt wieder auf und schlug zurück. Nach dem Seitenwechsel (7-8) ging es Side-Out für Side-Out weiter, ehe sich Hörde dann den einen berühmten Fehler zu viel leistete. Wieder kein Sieg zuhause.

 

„Sag es!“ „Nein.“ „Komm schon, sag es!“ „Na gut. Es ist ein gewonnener Punkt.“

 

Auch wenn der Frust über die knappe Niederlage noch überwiegt, letztlich kann man mit diesem Punkt zufrieden sein. Sich gegen den Favoriten aus Ammerland nach einem 0-2-Rückstand zurück ins Spiel zu kämpfen und sich dann so knapp geschlagen geben, das war schon großes Tennis, eh Volleyball. In zwei Wochen geht es gegen den USC Münster um wichtige Punkte. Wieder zuhause. Muss das sein? Ja muss, denn die Hörder Duschen sind immer noch die schönsten. 

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