Hömecoming

Das Ortseingangsschild grüßt mit einem lockeren „Hey, lang nicht mehr gesehen!“ und doch haben wir uns wiedererkannt.  Ein vertrautes Gefühl an jeder Ecke, obwohl jede Ecke neue Rundungen hat. Da vorne stand mal ein Baum, der Kreisverkehr ist neu und wo ist meine alte Schule? Vieles ist neu, aber nichts richtig unbekannt. Ich genieße die Fahrt durch die Straßen der Stadt, eine Fahrt durch die Vergangenheit, durch meine Vergangenheit. Ich biege ab, in meine Allee, behaupte ich, so fühlt es sich an. Ein gutes Gefühl.

 

Homecoming hat an einigen Universitäten in den USA eine lange Tradition. Jedes Jahr kommen Absolventen aus den gesamten Staaten zusammen, um an ihrer ehemaligen Bildungsstätte im Rahmen eines Sportevents oder eines Banketts auf die „gute alte Zeit“ anzustoßen. In Hörde gibt es das auch, das Hömecoming. Die feierliche Eröffnung der Saison im Rahmen des ersten M1-Heimspiels hat sich als Marke etabliert. Mit Beginn der Vorbereitung wird auf dieses Event hingefiebert, alle Spieler und Verantwortliche wollen sich das erste Mal der Öffentlichkeit präsentieren und das in bestmöglicher Verfassung. Mit jedem Tag erhöht sich die Spannung, die Konzentration lässt sich atmen, fast trinken. Das sogenannte Konzentrat.

Gegner des ersten Heimspiels ist der PTSV Aachen, eine harte Nuss. Der letztjährige Drittplatzierte ist nicht einfach zu spielen, aber auch Hörde war für die Aachener keine Wohlfühloase. Mit 3-0 ging man in der Hörder Festung baden, auch wenn alle Sätze hart umkämpft waren. Das Rückspiel in Aachen ging hingegen 0-3 verloren, es erwartet die Zuschauer eine Begegnung auf Augenhöhe, die Tagesform wird wie so oft den Ausschlag geben. Die Hörder haben sich beim Auftaktsieg in Göttingen allerdings schwer getan, eine Leistungssteigerung wird nötig sein. Diese ist aber zu erwarten, das Hörder Fieber ist wieder ausgebrochen, das Feuer in allen Spielern lodert heller denn je.

Personell wird es Umstellungen geben, mit Fabian Fingerhut gibt es nur einen etatmäßigen Mittelblocker, da Christopher Hengefeld verhindert ist. Die andere Position wird der gelernte Außen-Annahme-Spieler Torben Mols übernehmen. Ob Kapitän Jan Terhoeven mehr als die Rolle des Liberos übernehmen kann, wird der Wochenverlauf zeigen. Weiterhin wird Trainerin „Teee“ auf Libero Tobias Windscheif und Mittelblocker Robin Frosting verzichten müssen. Hinter Zuspieler Florian Groß steht noch ein Fragezeichen. Trainerin „Teee“ hat nach der Partie in Göttingen einige Baustellen ausgemacht, an denen in dieser Woche gearbeitet wurde. Hörde wird gerüstet sein, daran gibt es keine Zweifel.

Um der gesamten Veranstaltung einen besonderen Rahmen zu geben, hat sich der Hörder Trupp sogar eine T-Shirt-Aktion überlegt. Bei der sollen alle Zuschauer in den Farben des Vereins auflaufen, wobei die Damen in Rot und die Herren in Schwarz gekleidet sein sollen. Als Dankeschön gibt es ein kleines Präsent des Premium-Sponsor SuperBioMarkt. Ein Tippspiel, Ehrungen und ein Interview mit beiden Trainern sollen das Rahmenprogramm abrunden. 

Man kann es immer wieder nur betonen, die Mannschaft und das Umfeld freuen sich auf das anstehende Wochenende. Jeder Sportbegeisterte aus Dortmund und Umgebung sollte am Samstag um 19 Uhr in die Halle an der Stettiner Straße kommen. Sagt eure Termine ab, nimmt alles mit was Klatschen kann und kommt zum besten Sportevent am Samstagabend. Hörde! Komm nach Hause, es ist Hömecoming.

 

Während ich durch die Straße meiner Kindheit fahre, fühlt es sich an, als wäre ich nie weggewesen. Es wohnen noch die gleichen Nachbarn da, nur die Kinder sind irgendwie alle keine Kinder mehr. Am Ende der Straße sind alle Fenster noch hell erleuchtet, im Haus herrscht munteres Treiben. Es ist mein Haus. Ich stelle das Auto davor ab, da wo ich damals immer stand. Mit lockerem genussvollem Schritt nähere ich mich der Haustür, ich muss grinsen, Glücksgefühle, an diesem Ort ist viel Gutes passiert. Ein freundliches Gesicht öffnet mir die Tür, warmes leicht rötliches Licht strömt heraus, bekannte Stimmen erklingen und bevor ich was sagen kann: „Willkommen Zuhause.“

Ja, ich bin angekommen. 

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