Lintorfsche Therapie

Wie ein Kururlaub auf dem Land, Hörde holt sich sein Selbstvertrauen zurück und atmet erstmal tief durch. Mit 3-1 (23:25,27:25,25:19,25:17) gewinnt man in Bad Essen gegen den VfL Lintorf und sackt den ersten „Dreier“ der Saison ein. Das Luftholen dauerte allerdings lang, fast zu lang. Am Ende zeigte die Mannschaft aber ihr Potential, wenn auch zunächst nur in Ansätzen.

 

Es war ein idyllisches Bild, wie sich zwei grüne Mork-Bullis ihren Weg auf den Straßen am Rande des Wiehengebirges bahnten. Schon vom Weiten konnte man die selbsternannte Festung der Lintorfer erkennen, eine äußerst moderne und nagelneue Sporthalle, welche man sich in Hörde selber wünscht. Liebe Hörder Festung, nimm es mir nicht übel, ich mag deinen harzverschmutzten Boden und dein Volleyballfeld ohne 3-Meter-Linie, aber so ein bisschen Urlaub auf dem Land hat auch seine schönen Seiten.

Als der Hörder Trupp in Lintorf dann endlich ankam, war der zweite Satz schon fast vorbei und Hörde lag praktisch mit 0-2 hinten. Es kam einem vor, als würde der Ammerländer Schinken noch immer in den Mägen der Spieler rumoren. 24:21 stand es für den VfL, ein Hörder Albtraum, aus dem alle plötzlich wieder erwachten. Der TVH konterte, wehrte den ersten Matchball ab, Marius Harrmann kam zum Aufschlag, servierte zwei Granaten zum Abendessen. Es war die Auferstehung des Hörder Geists, die Selbertherapie auf der Lintorfer Alm. Hörde holte sich den Satz (27:25) und riss im Anschluss auch das Spiel an sich. Mit neuem altem Selbstvertrauen ließ man Lintorf nur in den Pausen an einen weiteren Satzgewinn glauben. Über die Mitte schoss man hochprozentig Punkte, auf den Außen demonstrierte man wieder Durchschlagskraft, Zuspieler Pascal Rademacher hatte die freie Auswahl und wusste diese auch zu nutzen. Die Mannschaft zeigte die erhoffte Reaktion auf die Niederlage im Ammerland, wenn auch kurz vor knapp. „You guys are killing me“, wie Trainerin „Teee“ zu sagen pflegt. Was das genau bedeutet wissen wir nicht, aber ich glaube sie hat uns ziemlich gern.

 

Die Reise geht weiter, Münster ist das nächste Ziel auf der Route, ehe es dann wieder Richtung Heimat geht. Und dann stehen die Hörder Festspielwochen an, endlich wieder harzverschmutzter Boden, endlich wieder versiffte Duschen und schmuddelige Umkleiden. Der Volleyballer aus dem Ruhrpott hat halt seine eigene Auffassung von Romantik.

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