Mit erhobenem Haupt

Die Schlacht ist vorbei, er kniet im Dreck, sein Körper ist vom Kampf gezeichnet. Das Aufstehen fällt ihm schwer, sein Körper ist leer, sein Kopf auch. Langsam erhebt er sich und schüttelt sich den Dreck von der Rüstung. Nein, so sieht kein Sieger aus.

 

Hörder verliert sein Hömecoming in dramatischer Art und Weise. Über fünf Sätze lang geht das Spektakel an der Stettiner Straße, am Ende gewinnt der PTSV Aachen das Kräftemessen im Tiebreak (25:16,25:27,25:23,20:25,13:15). Kleinigkeiten haben am Ende über Sieg oder Niederlage entschieden. Hömecoming war dennoch ein großer Erfolg, denn die Veranstaltung ist ein Symbol für den Zusammenhalt im Verein.

 

Beginnend bei der M2, die gemeinsam mit der M1 für den Aufbau des Feldes zuständig war und in Macgyver-Manier für eine Ersatz-3-Meter-Linie sorgte. Über die M3, welche durch Fließband-Arbeit die Überraschungspakete unseres Sponsors SuperBioMarkt zusammenstellte. Bis hin zur F2, die als Ballroller, Präsentkorb-Träger und Los-Verkäufer tätig waren. Eigentlich muss man alle Mannschaften und Verantwortliche hervorheben, die an diesem Wochenende im Einsatz waren um Hömecoming zu einem großen Erfolg zu machen. Dies würde aber vermutlich den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Der TV Hörde hat sich von seiner besten Seite gezeigt, man kann sich nur gegenseitig gratulieren.

 

„Ein Team, oder?“

 

Aber auch das Spiel wusste zu begeistern. Beide Mannschaften kämpften um jeden Ball, sehenswerte Aktionen auf beiden Seiten. Viel Emotionen, viel Leidenschaft, viel Hörde. Auf und neben dem Spielfeld. Die Tribüne bebte, Hallensprecher Sven peitschte unermüdlich an, Gänsehaut inklusive. Lediglich das Ergebnis stimmte aus Hörder Sicht nicht.

 

Fulminant legte man los, Aachen schien noch im Bus zu sitzen, da war der erste Satz schon vorbei. Diesen Schwung konnte man nicht in den zweiten Durchgang mitnehmen und trotz einer starken Aufholjagd zum Ende hin reichte es nicht zum Satzgewinn. Durchgang Drei dominierte man, den vierten Satz verlor man. Hörde bot mal wieder Achterbahn-Volleyball, die Hörder Fans kennen es nicht anders. Das Publikum ließ aber nicht locker und zeigte Klatsch-Ausdauer bis der letzte Ball gefallen war. Am Ende war es dann die eine falsche Entscheidung zu viel und Aachen nahm die zwei Punkte mit auf die Heimfahrt, für Hörde bedeutete es nur den einen Trostpunkt. Trost deswegen, weil an diesem Abend mehr drin war.  

 

Dennoch kann man mit der Leistung zufrieden sein. Wenn zwei gute Mannschaften aufeinandertreffen, dann machen am Ende Feinheiten den Unterschied aus. Mit drei Punkten aus den ersten beiden Spielen hat man nun einen langen Auswärts-Trip vor sich. Ammerland, Lintorf und Münster heißen die nächsten Spielorte, ehe man am 22.11. wieder nach Hause kommt. Dann starten die Hörder Festspielwochen, mit den Heimspielen gegen Tecklenburg, Hannover und Bonn zum Jahresabschluss.  Das Hörder Publikum hat jetzt also genug Zeit sich auf diesen Heimspiel-Marathon vorzubereiten. Klatschausdauer, Stimmband-Reißfestigkeit  und Drahtseil-Nerven müssen trainiert werden. Englische Wochen sind ein Witz dagegen.

 

Er atmet tief durch. Sein Blick geht wieder nach vorne. Plötzlich ist wieder ein Funkeln in seinen Augen. Er hebt sein Schwert vom Boden, wirft die Schultern nach hinten. Das Feuer in ihm brennt wieder, er ist noch nicht am Ende. Die Schlacht hat er vielleicht verloren, der Krieg aber ist noch lange nicht vorbei.  

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