So macht Nachsitzen Spaß!

Zum Nachsitzen verdonnert wurden die Landesliga-Damen des TV Hörde, sämtlich noch Schülerinnen, um gegen den TB Höntrop sowie die SG Rodt-Müllenbach einen Platz in der Verbandsliga zu ergattern.

 

Dabei waren die Vorzeichen für die jungen Hörderinnen denkbar schlecht, standen doch für das erste Spiel der Landesligavizemeister gegen den TB Höntrop gerade einmal 8 Spielerinnen zur Verfügung, 

es fehlten Louisa Baldauf verletzungsbedingt und Miriam Janssen und Dana Kastrup wegen eines Schüleraustauschs.

 

Doch erstes Selbstvertrauen hatte sich das Rumpfteam am Mittwoch beim Trainingsspiel gegen den Verbandsligisten TuS Bönen geholt, wo man locker mithalten konnte und sogar nach Sätzen siegen konnte. So gestärkt gingen die im Durchschnitt 16jährigen Hörderinnen auch die Aufgabe gegen den TB Höntrop an. 

 

Und das Spiel begann aus Hörder Sicht optimal: gleich mit den ersten Aufschlägen wurde der gegnerische Libero völlig verunsichert, weil der gegnerischen Annahmespezialistin die Hörder Aufschläge erhebliche Probleme bereiteten. So verschob der Gegner seinen Annahmeriegel im Laufe des Spiels immer wieder, um bei 4:11 und später 8:21 Auszeiten zu nehmen, die aber ohne nennenswerten Erfolg blieben. Die Hörderinnen überrollten den Gegner geradezu, akzeptierten einen Ballverlust ohne im Druck nachzulassen und jubelten zum ersten Mal nach 22 Minuten über 

den 25:11 Satzerfolg. 

 

Würde es so im 2.Satz weitergehen, wann kommt der Einbruch? Diese Fragen konnte man in den Gesichtern der zahlreich erschienen

Zuschauer lesen – die Antwort gab es wie immer auf dem Platz: ja, es ging so weiter und nein, es gab keinen Einbruch bei den Hörderinnen. Zwar konnte der Gegner den Satz etwas enger gestalten, setzte sich hin und wieder über die körperlich überlegenen Angreiferinnen fulminant durch, aber der offensichtlichen Spielfreude der Hörderinnen tat das keinen Abbruch. Spätestens ab der Satzmitte konnte man sich wieder deutlich absetzen und ließ dann keinen Zweifel aufkommen, das auch der zweite Satz in Hörde bleibt.

 

Der dritte Satz begann mit reihenweise verschlagenen Aufschlägen, doch dann besannen die Hörderinnen sich wieder auf ihre Aufschlagstärke und die ausgemachten Schwachpunkte beim Gegner und fegten erneut wie ein Frühlingssturm über die Höntroper Annahme hinweg: als beim 

Spielstand von 13:6 Hanna Knop dann 9 Sprungaufschläge ins gegnerische Feld donnerte, sanken mit jedem Annahmefehler die Köpfe der Höntroper Spielerinnen etwas mehr und der Satzgewinn war 

dann nur noch Formsache. Eine wirklich beeindruckende mannschaftlich geschlossene Leistung hatte dazu geführt, dass der Vizemeister aus der anderen Landesliga überhaupt nicht ins Spiel kam und dem druckvollen Hörder Spiel nichts entgegenzusetzen hatte.

 

Damit war die „halbe Miete“ im Sack, aber Aufsteigen konnte ja nur der Sieger des Dreierduells. Dazu gab es einen spielfreien Samstag für die Hörderinnen, die dann am Sonntag vor dem entscheidenden Auswärtsspiel überrascht zur Kenntnis nahmen, dass Höntrop gegen den Verbandsligaachten 3:0 gewonnen hatte, was gleichzeitig bedeutete, dass die Hörderinnen ihrerseits nur mehr als 58 Ballpunkte brauchten, um „sicher“ zu sein.

 

Die personelle Ausgangssituation hatte sich leicht verbessert, war doch Dana Kastrup unmittelbar vom Flughafen in die Spielhalle geeilt; allerdings natürlich ohne eine Trainingsminute in der Woche 

des Schüleraustausches. Gleich bei den ersten Ballwechseln wurde darüber hinaus deutlich, dass die Unbekümmertheit, mit 

der die Hörderinnen im ersten Spiel den Gegner beeindruckt hatten, durch das Bewusstsein, kurz vor dem Aufstieg zu stehen, verloren gegangen war.

 

Zudem bereitete das ungewohnte Großfeld den Hörderinnen Probleme bei Aufschlag und insbesondere Annahme. Bis zur Satzmitte konnten die Hörderinnen aber doch einigermaßen mithalten, doch dann gelang es dem Gegner sich abzusetzen und den ersten Satz mit 21.25 zu gewinnen. 

 

Jetzt wollten die Hörderinnen im nächsten Satz den zur Beruhigung der Nerven angestrebten Satzgewinn erreichen, doch zu allem Überfluss drehte die wohl beste Einzelspielerin der Verbandsliga, die leider in den Reihen des Gegners stand, mächtig auf. Beim Spielstand von 2:6 erfolgte dann die Einwechselung von Dana Kastrup für Marlena Nadoveza, um zumindest den körperlichen Nachteil gegen diese Spielerin zu kompensieren. Doch wirklich in den Griff bekamen die Hörderinnen diese Spielerin nicht, und da auch das Abwehrverhalten nicht absprachegemäß erfolgte, konnte sie mehr oder weniger nach Belieben punkten. Trotzdem ließen die Hörderinnen die Köpfe nicht hängen und versuchten, Punkt um Punkt aufzuholen.

 

Es reichte allerdings nur zu 19 Punkten in diesem Satz, so dass im dritten Satz noch mindestens 19 Ballpunkte erreicht werden mussten. Und dieser dritte Satz begann verheißungsvoll, schnell wurde eine 8:3 Führung herausgespielt, und ebenso schnell kämpfte der Verbandsligist Rodt-Müllenbach sich zum 12:12 und 15:15 Zwischenstand wieder heran. Endlich aber machten sich auch beim Gegner die Nerven bemerkbar, deren Plan eigentlich gewesen war, maximal 17 Punkte pro Satz abzugeben und die natürlich auch wussten, was die Stunde geschlagen hat.

 

Als dann auf der Anzeigetafel die magische 19 für den TVH erschien, plumpsten beim mitgereisten Anhang die Steine auf den Boden, doch die Spielerinnen hatten überhaupt noch nicht realisiert, dass das Ziel schon erreicht war. Sie setzten alles daran, den Satz zu gewinnen und mussten doch nach 22:18 Führung noch zittern, denn zum Schluss holte der 

Gegner noch einmal auf; doch trotz verschlagenem Aufschlag beim Satzball konnten die Hörderinnen die zweite Chance nutzen und den Satz erfolgreich abschließen. Kaum erfolgte der Schlusspfiff, wurden auf dem Spielfeld Freudentänze und Aufsteigergesänge ausgeführt. Bei aller Begeisterung musste der Trainer dann daran erinnern, dass noch mindestens ein Satz zu spielen war, besser natürlich noch Zwei. Doch irgendwie war dann die Konzentration nicht mehr wirklich vorhanden und 

die Hörderinnen mussten sich 21:25 geschlagen geben, um doch als Siegerinnen und Aufsteiger in die Verbandsliga vom Feld zu gehen.

 

Nach einer Rückrunde, die von zahlreichen verletzungs- und krankheitsbedingten Ausfällen gekennzeichnet war, war dieser Erfolg die Krönung für die sensationelle Entwicklung dieses jungen Teams, das ja als Aufsteiger in die Landesligasaison gestartet war. Sie ließen sich auch durch die personellen Problemen nicht aus der Bahn werfen, zeigten vielmehr gerade in den wichtigen Spielen, wie dicht das Leistungsgefüge innerhalb der Mannschaft im Laufe der Saison geworden ist.

 

tm, 20.04.15

 

 

Aufgestiegen sind:

Victoria Bader, Louisa Baldauf, Michelle Jagst, Sarah Jagst, Miriam Janssen, Johanna Jaworek, Dana Kastrup, Hanna Knop, Hannah Köster, Marlena Nadoveza, Nicole Pipa

Druckversion Druckversion | Sitemap
© TV Hörde 1861 e.V.