TV Hörde ist Überraschungssieger bei der Heim - WDM

Im letzten Jahr konnte sich die weibliche U18 überraschend im Endspiel gegen VoR Paderborn durchsetzen. Ein Großteil des letztjährigen Überraschungssiegers trat nun bei der Heim-Westdeutschen ebenfalls wieder an, doch trotz des letztjährigen Erfolges lag die Favoritenrolle bei anderen Teams. Zum Beispiel bei SV BW Dingden, die nicht nur die NRW-Liga, die höchste Jugendspielklasse in NRW, gewonnen hatten, sondern gleich mehrere Zweitligaspielerinnen in ihrer Mannschaft aufbieten konnten. Auch die Teams vom USC Münster und RC Borken-Hoxfeld konnten gleich mehrere Zweitligaspielerinnen aufstellen.

 

Für den TVH begann das Turnier mit dem Gruppenspiel gegen den TV Gladbeck.

Zu Anfang machte sich die große Anspannung bei der Heimpremiere bemerkbar, immer wieder führten leichte Fehler zu Punktgewinnen des Gegners. Erst in der Mitte des 1. Satzes konnten sich die Hörderinnen etwas absetzen und dann auch mit 25:21 den Satz für sich entscheiden. Das gab die nötige Sicherheit; im 2. Satz hatte der Gegner nichts mehr entgegenzusetzen und wurde beim 25:13 förmlich überrollt.

Im 2. Gruppenspiel für den TVH wartete dann der hohe Turnierfavorit, der USC Münster, auf die Hörderinnen. Voll motiviert ging das Hörder Team die Aufgabe an – und setzte zur Überraschung Aller dem USC Münster ordentlich zu. Lange führte der TVH, doch eine Schwächephase in der Annahme drehte das Blatt zu Gunsten des USC, der dann auch den Satz mit 25:22 für sich entschied. Im 2. Satz fiel den Hörderinnen dann wenig ein; ein ernüchterndes 15:25 war die Folge, und damit der 2. Gruppenplatz.

 

In der Auslosung für die Zischenrunde wurde dem TV Hörde dann der 1. VC Minden, das Team der ehemaligen Hörder Bundesligaspielerin Anja Dunst-Bernhard, zugelost, das die Gruppe D gewonnen hatte. Mit diesem Los war man im Hörder Lager durchaus zufrieden, auch wenn man in der NRW-Liga gegen das ähnlich junge Team aus Minden verloren hatte.

 

An ihre Chance glaubend legten die Hörderinnen los wie die Feuerwehr und ließen die Mindenerinnen kaum zur Ruhe kommen. Ein deutliches 25:15 war die Belohnung.

Doch das Trainerteam warnte mit dem erhobenen Zeigefinger in der Besprechung zum nächsten Satz vor der unbändigen Moral der Mindener Mädchen – und sollte Recht behalten.

 

Es entwickelte sich ein heißes, nervenaufreibendes Match, in dem am Ende des 2. Satzes tatsächlich Minden die Nase vorn hatte. Im Entscheidungssatz stemmten sich die Hörderinnen, allen voran aber Samanta Gega, gegen die drohende Niederlage. In teilweise dramatischen Ballwechseln wurde begeisternder Volleyballsport von 2 gleichwertigen Teams geboten, doch am Ende hatte der TVH das Glück des Tüchtigen und zog mit einem 15:11 ins Halbfinale ein.

Dort wartete der SV BW Dingden – das Team, das die Hörderinnen im Vorjahr bei der U18 ebenfalls im Halbfinale dramatisch besiegt hatten.

 

Und ohne Drama läuft bei diesen beiden Teams nichts: höchstmotiviert zeigten die Hörderinnen, dass sie an eine Wiederholung des Vorjahrestriumphes glaubten, und setzten den Glauben auch in die Tat um und holten sich den 1. Satz mit 25:22.

Doch Dingden wollte auch zur Deutschen Meisterschaft und gab sich nicht geschlagen; das Trainerteam des Gegners stellte um und war mit dieser Umstellung auch erfolgreich, Satzausgleich beim 21:25.

Es musste also wieder der Entscheidungssatz her. Die geringere Eigenfehlerquote beim Aufschlag und ein Quäntchen Glück waren dann am Ende ausschlaggebend für den erneuten Hörder Triumph. Freudentänze nach dem 15:11 über die gelungene Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft auf Hörder Seite, Tränen der Enttäuschung auf Dingdener Seite; so nah liegen Freud und Leid im Sport beisammen.

 

Was kaum ein Hörder auch nur zu träumen gewagt hätte, war Wirklichkeit geworden: Einzug in das Endspiel um die Westdeutsche Meisterschaft!

Hier traf man wieder auf den USC Münster, der im anderen Halbfinale mit viel Glück den RC Borken-Hoxfeld ebenso mit 2:1 besiegt hatte.

 

Vor einer überwältigenden Kulisse war der Beginn des Spiels aus Hörder Sicht von großer Nervosität und starken Aktionen des Gegners geprägt, der sich schnell eine Führung herausspielte, weil es den Hörderinnen aus einer bescheidenen Annahme nicht gelang, genug Druck auf den USC Münster zu entwickeln.

Alles schien für den USC zu sprechen, doch aufgeben wollten sich die Hörderinnen nicht. Auf der Zuspielposition erfolgte ein Wechsel von Malin Schäfer zu Hannah Köster, in der Mitte von Marlene Lösing zu Rike Hülsmann und irgendwie kämpften sich die Hörderinnen Punkt um Punkt heran.

Erstmals bei 23:23 glichen die Hörderinnen aus, um dann doch den ersten Satzball des Gegners abwehren zu müssen, 24:24. Ballgewinn für Hörde und damit Satzball für den TVH – abgewehrt zum 25:25. Riesenjubel brandete dann auf, als die Hörderinnen ihren insgesamt 4. Satzball zum 28:26 nutzen konnten, allerdings begünstigt durch eine Fehlentscheidung des Schiedsgerichts.

 

Mit der Satzführung im Rücken spielten sich die Hörderinnen in einen Rausch, der durch eine Megaaufschlagserie von Rike Hülsmann in Gang gesetzt wurde. Die 15jährige, die beim TVH in der Bezirksklasse (!) spielt, aber zur Trainingsgruppe der 2. Mannschaft in der Verbandsliga gehört, sorgte für eine 9:3 Führung. Von da an wusste der USC kein probates Mittel mehr, um den Lauf der Hörderinnen zu stoppen. Selbst wenn die Angreiferinnen des USC sich mal krachend durchsetzten, konnte Hörde aus einer stabilen Annahme heraus den nächsten eigenen Angriff erfolgreich abschließen.

 

Der Block der Hörderinnen hatte sich auf das Angriffsspiel des USC eingestellt und wenn der Block mal den Ball passieren lassen musste, standen die Hörderinnen plötzlich auch in der Abwehr goldrichtig und entschärften selbst die Hammerangriffe der ehemaligen Hörderin Liza Kastrup. A propos ehemalige Hörderin – mit Alisha Ossowski saß als Co-Trainerin eine weitere Ehemalige auf der Bank des USC, doch zweimal Hörde-Power war an diesem Tag einfach zu wenig gegen die entfesselt aufspielenden Hörderinnen.

 

Ein Sonderlob hat sich in jedem Fall Michelle Jagst verdient, die eigentlich Zuspielerin in der 2. Mannschaft in der Verbandsliga ist und nur für die U20 die Rolle der Libera übernahm und diese mit einer verblüffenden Sicherheit ausfüllte.

Nach dem souveränen 25:16 zum 2:0 Spielgewinn und der Westdeutschen Meisterschaft tanzten Spielerinnen, Trainer, Eltern und Fans vor Freude um die Wette. Westdeutscher Meister ist ur der TVH klang es durch die gut gefüllte Phoenix-Sporthalle, die Siegerehrung verging wie in Trance, kaum eine  der Spielerinnen oder der verantwortlichen konnte fassen, was sich da gerade zugetragen hatte.

 

Die wohl jüngste Mannschaft (Durchschnittsalter 16,5 Jahre),  die jemals Westdeutscher Meister in der U20 geworden ist, wurde von Verbandsjugendwart Jürgen Adolph und Verbandsjugendwartin Katharina Stehling mit den Goldmedaillen und den Sieger-Shirts ausgezeichnet.

 

Meister wurden:

 

Samata Gega (17 Jahre), Leonie Hemesath (16 J.), Nele Hoja (15 J.), Rike Hülsmann (15 J.) Michelle Jagst (18 J.), Carlotta Klemm (13 J.), Larissa Klos (18 J.), Hanna Knop (17 J.), Hannah Köster (18 J.) Marlene Lösing (17 J.), Svenja Müller (16 J.) und Malin Schäfer (18 J.)

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